Der Schrottmetallmarkt spielt eine entscheidende Rolle in der Weltwirtschaft und trägt zu Recycling, Produktion und ökologischer Nachhaltigkeit bei. Mit Blick auf das Jahr 2026 ist es für Unternehmen der Schrottmetallbranche unerlässlich, die Preis- und Rentabilitätsdynamik zu verstehen.
Angesichts schwankender Weltmarktpreise, des Einflusses von Umweltrichtlinien und neuer Recyclingtechnologien ist es für Unternehmen entscheidend, informiert und anpassungsfähig zu bleiben.
Überblick über den globalen Schrottmetallmarkt
Für den globalen Schrottmetallmarkt wird im Jahr 2026 ein stetiges Wachstum prognostiziert, angetrieben durch die steigende industrielle Nachfrage, den Infrastrukturausbau und den Bedarf an nachhaltiger Materialbeschaffung.
Im Jahr 2025 wird der globale Markt voraussichtlich einen Wert von rund 350 Milliarden US-Dollar erreichen, mit einer prognostizierten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 4,5 % bis zum Jahr 2026.
Der Markt umfasst verschiedene Metallarten, darunter Eisen- und Nichteisenmetalle, mit unterschiedlichen Preisbildungsmechanismen, die auf Metallart, Qualität und geografischer Lage basieren.
Wichtigste Marktsegmente:
- Eisenmetalle (Stahl & Eisen):Das größte Marktsegment wird von den Branchen Bauwesen, Automobil und Fertigung angetrieben.
- Nichteisenmetalle (Aluminium, Kupfer, Blei, Zink):Angetrieben durch die wachsende Nachfrage in der Elektro- und Automobilindustrie.
- Edelmetalle (Gold, Silber, Platin):Hochwertige Segmente werden von Marktschwankungen und Umweltauflagen beeinflusst.
Faktoren, die die Schrottmetallpreise im Jahr 2026 beeinflussen
Unternehmen, die ihre Rentabilität steigern wollen, müssen die Dynamiken verstehen, die die Schrottmetallpreise beeinflussen. Dazu gehören Wirtschaftsindikatoren, Fortschritte im Recycling, Umweltrichtlinien und geopolitische Ereignisse.
Wirtschaftsindikatoren
Die Preise für Altmetall werden vom globalen Wirtschaftswachstum angetrieben, da Branchen wie die Elektronik-, Automobil- und Bauindustrie boomen. Da das globale BIP bis 2026 voraussichtlich um 3 % wachsen wird, dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen, einschließlich Altmetall, steigen.
Dynamik von Angebot und Nachfrage
Die Verfügbarkeit von Altmetallen hängt vom Angebot an Altmetallen und den Recyclingquoten ab. Steigende Recycling- und Industrieverbrauchszahlen werden die Nachfrage im Jahr 2026 ankurbeln, allerdings könnte das Angebot durch strengere Recyclingvorschriften und den Wettbewerb um Rohstoffe eingeschränkt werden.
Auswirkungen von Recyclingtechnologien
Fortschrittliche Recyclingtechnologien wie KI-gestützte Sortierung und effizientes Zerkleinern erhöhen die Rückgewinnungsraten und die Materialreinheit, steigern so den Schrottwert und verbessern die Gewinnmargen bei gleichzeitiger Kostensenkung.
Umweltvorschriften
Strengere Umweltauflagen zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks und zur Steigerung der Recyclingquoten werden Unternehmen zu nachhaltiger Beschaffung und nachhaltigem Recycling bewegen. Die damit verbundenen Kosten könnten jedoch die Gesamtkostenstruktur beeinflussen.
Geopolitische Ereignisse
Handelskriege, Zölle und geopolitische Faktoren werden die Schrottpreise beeinflussen. Im Jahr 2026 werden sich verändernde Handelspolitiken und Import-Export-Beschränkungen in Regionen wie Asien, der EU und Nordamerika auf die Preise und die Rentabilität auswirken, insbesondere bei Nichteisenmetallen.
Wichtige Schrottmetallarten und ihre Preisentwicklung

Verschiedene Arten von Altmetallen unterliegen je nach Verwendungszweck, Nachfrage, Recyclingfähigkeit und Verarbeitungskosten unterschiedlichen Preisentwicklungen. Das Verständnis dieser Trends sowie der damit verbundenen Verarbeitungskosten und potenziellen Gewinnmargen ist für Unternehmen unerlässlich, um ihre Strategien an die Marktbedingungen anzupassen.
Stahl und Eisen
Eisen und Stahl sind die weltweit am häufigsten recycelten Metalle. Aufgrund ihrer hohen Nachfrage in der Bau-, Automobil- und Maschinenbauindustrie machen sie einen erheblichen Anteil des gesammelten Altmetalls aus. Die Stahlpreise dürften sich bis 2026 stabil halten und moderat steigen, angetrieben durch globale Infrastrukturprojekte.
| Metallart | Preisspanne (2026) | Bearbeitungskosten | Gewinnspanne |
| Baustahl | 200 bis 250 US-Dollar pro Tonne | 50 bis 80 US-Dollar | 15 % – 25 % |
| Hochfester Stahl | 250 bis 300 US-Dollar pro Tonne | 80 bis 120 US-Dollar | 20 % – 30 % |
| Schrott aus Gusseisen | 150 bis 200 US-Dollar pro Tonne | 40 bis 60 US-Dollar | 10 % – 20 % |
| Zerkleinerter Stahl | 200 bis 250 US-Dollar pro Tonne | 60 bis 100 US-Dollar | 15 % – 25 % |
Aluminium
Aluminium zählt zu den wertvollsten Nichteisenmetallen und findet breite Anwendung in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Verpackungsindustrie. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Leichtbaumaterialien und Elektrofahrzeugen wird ein Anstieg der Aluminiumschrottpreise um 3 bis 5 % bis 2026 erwartet.
| Aluminium-Typ | Preisspanne (2026) | Bearbeitungskosten | Gewinnspanne |
| Sauberes Aluminium | 1.400 bis 1.500 US-Dollar pro Tonne | 100 bis 150 US-Dollar | 25 % – 35 % |
| Gemischter Aluminiumschrott | 1.500 bis 1.600 US-Dollar pro Tonne | 150 – 200 US-Dollar | 20 % – 30 % |
| Aluminiumkühler | 1.550 bis 1.600 US-Dollar pro Tonne | 130 bis 180 US-Dollar | 25 % – 40 % |
| Aluminiumprofile | 1.600 bis 1.700 US-Dollar pro Tonne | 120 bis 170 US-Dollar | 30 % – 45 % |
Kupfer
Kupfer ist unverzichtbar für elektrische Systeme, Projekte im Bereich erneuerbarer Energien und Elektronik. Die Preise für Kupferschrott werden voraussichtlich bis 2026 steigen, angetrieben durch die wachsende Nachfrage nach Lösungen für erneuerbare Energien. Die Preise könnten zwischen 5.500 und 6.000 US-Dollar pro Tonne liegen, wobei Schwankungen aufgrund der globalen Kupferproduktion und des Einsatzes grüner Technologien möglich sind.
| Kupfertyp | Preisspanne (2026) | Bearbeitungskosten | Gewinnspanne |
| Reines Kupfer | 5.500 bis 5.800 US-Dollar pro Tonne | 200 – 250 US-Dollar | 30 % – 40 % |
| Gemischter Kupferschrott | 5.800 bis 6.000 US-Dollar pro Tonne | 250 – 300 US-Dollar | 25 % – 35 % |
| Kupferrohre | 5.500 bis 5.700 US-Dollar pro Tonne | 180 bis 230 US-Dollar | 28 % – 38 % |
| Kupferdraht | 5.600 bis 5.800 US-Dollar pro Tonne | 200 – 250 US-Dollar | 30 % – 40 % |
Blei und Zink
Blei und Zink werden hauptsächlich in der Batterieherstellung und bei Verzinkungsprozessen verwendet. Für 2026 wird eine Stabilisierung der Bleischrottpreise erwartet, während die Zinkpreise aufgrund der Nachfrage im Bau- und Automobilsektor möglicherweise leicht steigen werden.
| Metallart | Preisspanne (2026) | Bearbeitungskosten | Gewinnspanne |
| Bleischrott | 2.000 bis 2.300 US-Dollar pro Tonne | 150 – 200 US-Dollar | 20 % – 30 % |
| Zinkschrott | 2.500 bis 3.000 US-Dollar pro Tonne | 180 bis 250 US-Dollar | 25 % – 35 % |
| Blei-Säure-Batterien | 1.500 bis 1.800 US-Dollar pro Tonne | 100 bis 150 US-Dollar | 18 % – 28 % |
| Zinkdruckgussteile | 2.800 bis 3.000 US-Dollar pro Tonne | 230 bis 300 US-Dollar | 25 % – 35 % |
Edelmetalle (Gold, Silber, Platin)
Die Preise für Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin unterliegen erheblichen Schwankungen, abhängig von der Anlegerstimmung und der globalen Wirtschaftslage. Im Jahr 2026 könnten die Preise für Edelmetallschrott stark schwanken und zwischen 30.000 US-Dollar pro Kilogramm Gold und 1.000 US-Dollar pro Kilogramm Silber liegen.
| Metallart | Preisspanne (2026) | Bearbeitungskosten | Gewinnspanne |
| Goldschrott | 30.000 US-Dollar pro Kilogramm | 1.000 bis 1.500 US-Dollar | 40 % – 50 % |
| Silberschrott | 1.000 US-Dollar pro Kilogramm | 200 – 300 US-Dollar | 35 % – 45 % |
| Platinschrott | 1.800 US-Dollar pro Kilogramm | 400 – 600 US-Dollar | 25 % – 35 % |
| Palladiumschrott | 2.400 US-Dollar pro Kilogramm | 500 – 700 US-Dollar | 20 % – 30 % |
Rentabilitätsstrategien für Schrottmetallunternehmen
Um ihre Rentabilität im Jahr 2026 zu maximieren, müssen Unternehmen verschiedene Strategien in Betracht ziehen, um auf dem Schrottmetallmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Im Folgenden werden wichtige Strategien zur Optimierung der Gewinnmargen vorgestellt.
Optimierung der Beschaffung
Unternehmen sollten ihre Schrottbeschaffungsmethoden optimieren, indem sie Beziehungen zu zuverlässigen Lieferanten und Recyclinganlagen aufbauen. Die Fokussierung auf die Beschaffung höherwertiger Metalle wie Kupfer und Aluminium führt zudem zu höheren Gewinnen.
Reduzierung der Betriebskosten
Durch Automatisierung, effizientes Materialhandling und fortschrittliche Sortiertechnologien lassen sich Betriebskosten senken und die Gewinnmargen steigern. Unternehmen können ihre Arbeitskosten senken und die Gesamtproduktivität erhöhen, indem sie in Automatisierungslösungen investieren, die den Recyclingprozess vereinfachen.
Nutzung von Recyclingtechnologien
Innovative Technologien, darunter KI-gestützte Sortierung und moderne Zerkleinerungsanlagen, können die Recyclingquoten erhöhen und die Materialqualität verbessern. Diese Technologien reduzieren Verunreinigungen, erhöhen die Reinheit des Altmetalls und schaffen Möglichkeiten für höhere Gewinnmargen.
Diversifizierung in hochwertige Metalle
Die Konzentration auf hochwertige Altmetalle wie Gold, Silber und Platin kann die Rentabilität deutlich steigern. Durch die Einrichtung spezieller Systeme für das Edelmetallrecycling können Unternehmen lukrativere Marktsegmente erschließen.
Risikomanagement
Der Schrottmetallmarkt ist von Natur aus volatil, daher sollten Unternehmen Risikomanagementstrategien umsetzen, wie z. B. die Absicherung gegen Preisschwankungen, die Diversifizierung ihres Produktangebots und den Abschluss flexibler Preisverträge mit Lieferanten.
Nachhaltigkeit und ihre Rolle im Schrottmetallmarkt
Nachhaltigkeit wird in der Schrottmetallbranche zu einem zentralen Faktor, da Regierungen, Industrie und Verbraucher zunehmend umweltfreundliche Verfahren fordern. Bis 2026 müssen sich Unternehmen auf Recyclingmethoden konzentrieren, die Abfall reduzieren und die Effizienz steigern.
Die Kreislaufwirtschaft und die Recyclingbemühungen
Die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft werden Unternehmen dazu anregen, mehr zu recyceln und ihre Abhängigkeit von Primärmetallen zu verringern, was sowohl der Umwelt als auch den Betriebskosten zugutekommt. Initiativen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) und der EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft sind zwei Beispiele für Maßnahmen, die nachhaltigere Geschäftspraktiken fördern und neue Märkte erschließen werden.
Regierungsvorschriften
Strengere Vorschriften, darunter Emissionsnormen und Abfallmanagementrichtlinien, werden Unternehmen zu höheren Umweltstandards verpflichten. So schreibt beispielsweise die EU-Abfallrahmenrichtlinie eine Recyclingquote von 65 % bis 2035 vor, während der RCRA (Recycling Conservation and Recovery Act) und der Clean Air Act sowie der Clean Water Act strengere Richtlinien für das Metallrecycling und die Emissionsminderung festlegen. Diese Regelungen werden die Einführung nachhaltigerer und effizienterer Recyclingtechnologien in der Schrottmetallindustrie fördern.

